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Freitag, 15. Juli 2022

So geht Europa

 

Sie fliehen vor Krieg und Zerstörung und Tod,

Sie weinen und frieren und bangen,

Sie werden mit wollenen Decken und Brot

und wärmenden Worten empfangen.


Die Blicke so sorgsam, die Herzen so weit,

Die Türen der Häuser so offen.

Nur so geht Europa zur Rettung bereit,

Wo Menschen auf Menschlichkeit hoffen.


So werden behandelt mit Liebe und Acht

Die Flüchtenden aus der Ukraine.

Ein paar Meter weiter, in selbiger Nacht,

Sind flüchtende Menschen alleine.


Sie flohen vor Krieg und Zerstörung und Tod

Und weinen mit syrischem Munde

Und frieren und bangen. Nichts gilt ihre Not.

Und so geht Europa: zugrunde.



Thomas Gsella (2022)



Montag, 25. Januar 2016

"Ich brauche ein Buch!"

Die Filiale am Marienplatz als literarischer Ort




Die - wenn auch nur temporäre - Schließung der Hugendubel-Filiale am Marienplatz in München markiert nicht nur für das Unternehmen, sondern für den deutschen Buchhandel insgesamt eine Zäsur. Obwohl die Filiale 2017 verkleinert wieder eröffnet werden wird, so wird es doch nicht mehr das große Bücherkaufhaus am wichtigsten Platz der Stadt sein.

Diese Buchhandlung war aber nicht nur ein Ort, an dem sich interessierte Leserinnen und Leser im riesigen Bücherangebot verlieren konnten und ein Ort, an dem Bücher ver- und gekauft wurden.
Ein literarisch versierter Kollege wies uns darauf hin, daß diese Filiale auch ein  l i t e r a r i s c h e r  Ort ist -  nämlich im Text "Ich brauche ein Buch", mit dem sich der bekannte Schriftsteller und Schauspieler Joachim Meyerhoff  2013 für den Ingeborg-Bachmann-Literaturpreis beworben hat.

Die Infoblog-Redaktion bedankt sich ganz herzlich für den Hinweis und bringt im folgenden diesen hochinteressanten Text.(Die Bilder zeigen Münchener Autoren und Autorinnen bei der "Poet´s Corner"- Solidaritätsaktion vom 27.2.2015 auf Marienplatz, bei der sie sich  für den Erhalt der Filiale und unserer Arbeitsplätze einsetzten).

"Trotz der vielen Menschen, die sich durch die mehrstöckige Buchhandlung am Münchner Marienplatz schoben, trotz ihrer wegen der Hitze im Inneren aufgeknöpften Wintermäntel und voluminös klaffenden Daunenanoraks und trotz der sehr tief, nur auf Kniehöhe, angebrachten Regalablage, sah ich den aufrecht positionierten, glänzend schwarz eingeschlagenen Fotoband schon von Weitem.

Montag, 2. März 2015

"Buchhandlungen sind Orte der Kultur und der Begegnung!"

Poet´s Corner am Marienplatz mit Konstantin Wecker, AutorInnen, KundInnen und Beschäftigten



Schon seit Monaten machen Beschäftigte von Hugendubel ihren Sorgen um ihre und die Zukunft des stationären Buchhandels Luft. Hintergrund ist die beabsichtigte Schließung von Hugendubel am Marienplatz, denn nach Ansicht von ver.di, sind nicht nur akut 85 Beschäftigte gefährdet, sondern damit auch eine wesentliche Stütze von Hugendubel. Die Gerüchte um eine mögliche Fortführung werden von der Geschäftsführung immer wieder dementiert. Deshalb haben sich heute AutorInnen, allen voran Konstantin Wecker, KundInnen, und Beschäftigte in einer neuen Aktionsform zu Wort gemeldet und ihre Solidarität unter Beweis gestellt.