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Freitag, 21. Februar 2025

Zentrale Anforderungen (5)

 an die demokratischen Parteien zur Bundestagswahl 2025


 Sozialen Zusammenhalt und Demokratie stärken

Den sozialen Zusammenhalt und die Demokratie stärken, das bedeutet für ver.di:                            Eine offene, solidarische und friedliche Gesellschaft.

Als Gewerkschaft stehen wir in einer antifaschistischen Tradition und übernehmen ganz klar Verantwortung im Kampf gegen rechts. Denn soziale Gerechtigkeit kann nur mit Respekt und Anstand erreicht werden, nicht durch Menschenfeindlichkeit, Hass und Hetze.“

Frank Werneke, ver.di Vorsitzender

ver.di fordert: Die Förderung der Demokratie

Populismus, Rechtsextremismus, Antisemitismus, Rassismus - all diese antidemokratischen Tendenzen bedrohen nicht nur die Demokratie, sondern auch den sozialen Zusammenhalt. ver.di fordert daher ein Demokratiefördergesetz, das politische Bildung dauerhaft finanziert. Beratungsstellen für Opfer rechter Gewalt brauchen ebenfalls langfristige finanzielle Unterstützung. Zudem sind unabhängige Beschwerde- und Ermittlungsstellen für Betroffene von institutionellem Rassismus notwendig.

Montag, 10. Februar 2025

Zentrale Anforderungen (4)

an die demokratischen Parteien zur Bundestagswahl 2025 


Öffentliche Finanzen verbessern

Die öffentlichen Finanzen verbessern, das bedeutet für ver.di: Die staatliche Handlungsfähigkeit sichern und den sozialen Zusammenhalt stärken.

„Wer den Sozialstaat schwächt, verschärft die gesellschaftliche Spaltung und gefährdet den Zusammenhalt.“

Frank Werneke, ver.di-Vorsitzender

60 Milliarden Euro jährlich für Investitionen nötig

Montag, 3. Februar 2025

Zentrale Anforderungen (3)

an die demokratischen Parteien zur Bundestagswahl 2025 

Sozial-ökologischer Umbau 

Den sozial-ökologischen Umbau voranzubringen, das bedeutet für ver.di: Nachhaltigkeit gerecht gestalten.

„Die Mobilitätswende geht alle an und sie kann nur gelingen, wenn die Politik handelt.“

                                           Christine Behle, ver.di-Bundesvorstand


ver.di fordert: Eine sozialverträgliche Verkehrs- und Energiewende

Der Klimawandel ist weltweit eine zentrale Herausforderung für die Menschheit. Eine erfolgreiche Energiewende erfordert massive Investitionen in erneuerbare Energien wie Sonnenenergie und Windkraft. Es ist notwendig die Stromnetze auszubauen und vor allem die Kapazitäten für Strom- und Wärmespeicher zu erhöhen. Insgesamt braucht Deutschland eine umfassende Speicherstrategie, die beispielsweise auch die Nutzung des Erdgasnetzes für Wasserstoff einbezieht.

Der Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs ist entscheidend, um die Klimaziele zu erreichen und Mobilität sozial gerecht zu gestalten. Bund und Länder müssen sich stärker an Investitionen beteiligen, um einen leistungsfähigen und bezahlbaren kommunalen ÖPNV auf Schiene und Straße sicherzustellen. Dafür ist eine dritte Säule des Regionalisierungsgesetzes erforderlich. Das Deutschlandticket muss langfristig gesichert werden und bezahlbar bleiben.

Dienstag, 28. Januar 2025

Zentrale Anforderungen (2)

 an die demokratischen Parteien zur Bundestagswahl 2025


Stärkung von Sozialstaat und Daseinsvorsorge

Sozialstaat und Daseinsvorsorge stärken, das bedeutet für ver.di: Eine zukunftsfeste Rente, soziale Sicherheit für alle, eine starke Pflege und gute Bildung von klein auf.

„30 Jahre nach ihrer Einführung steht die Soziale Pflegeversicherung vor dem Kollaps. Die Beiträge steigen, hohe Eigenanteile überfordern pflegebedürftige Menschen, in der ambulanten Versorgung werden nicht alle nötigen Leistungen übernommen. Die Politik darf sich vor der Lösung dieser Zukunftsfrage nicht länger drücken.“

Sylvia Bühler, ver.di-Bundesvorstand

Montag, 20. Januar 2025

Zentrale Anforderungen (1)

an die demokratischen Parteien zur Bundestagswahl 2025

Gute Arbeit

Gute Arbeit muss tariflich entlohnt, sozial abgesichert, gesund sowie selbst- und mitbestimmt sein:


Stärkung des Tarifvertragssystems 

Mitbestimmungsrechte ausbauen 

Gesetzlichen Mindestlohn auf 15 Euro erhöhen


Das Tarifvertragssystem muss gestärkt werden Wir fordern bessere Möglichkeiten für die Allgemeinverbindlicherklärung und die kollektive Nachwirkung von Tarifverträgen sowie ein Bundestariftreuegesetz, das öffentliche Aufträge, Förderungen und staatliche (Re-) Finanzierungen an repräsentative Tarifverträge knüpft. Zudem sollen OT-Mitgliedschaften (Mitgliedschaften ohne Tarifbindung) in Arbeitgeberverbänden untersagt werden. Einschränkungen des Streikrechts lehnen wir entschieden ab.

Wir brauchen einen armutsfesten gesetzlichen Mindestlohn. Er muss noch im Jahr 2025 auf 15 Euro steigen. Soloselbstständige und Plattformbeschäftigte brauchen branchenspezifisch angemessene Vergütungen. Zudem erwarten wir eine Mindestausbildungsvergütung, die mindestens 80% der tariflichen Ausbildungsvergütung entspricht.

Das Arbeitszeitgesetz ist ein Arbeitsschutzgesetz. Deshalb lehnen wir jegliche Verschlechterungen ab. Wir halten am 8-Stundentag fest. Nötig sind mehr selbstbestimmte Arbeitszeit und das Erfassen der Arbeitszeit durch Arbeitgeber.

Ebenso brauchen Erwerbstätige in der digitalen Arbeitswelt mehr Zeitsouveränität für unterschiedliche Lebensphasen und für eine sich wandelnde Arbeitswelt in Verbindung mit geförderter Bildungs(teil)zeit und Weiterbildung.

Der Gender Pay Gap ist endlich zu überwinden. Wir fordern ein Entgeltgleichheitsgesetz mit verbindlichen Prüfverfahren, einer Berichtspflicht für Unternehmen und das Verbandsklagerecht für Gewerkschaften.

Minijobs müssen in sozialversicherungspflichtige Arbeit umgewandelt werden.

Die sachgrundlose Befristung gehört abgeschafft. Kettenbefristungen sind zu überwinden und Befristungen nach Sachgrund einzuschränken. 

Werkverträge werden häufig genutzt, um Tarifstandards und andere Normen zu unterlaufen. Dieser Missbrauch von Werkverträgen muss durch wirksame Gesetze und Kontrollen verhindert werden.

In der Leiharbeit fordern wir gleiche Bezahlung und Arbeitsbedingungen vom ersten Tag der Verleihung an, plus 10% Flexibilisierungsaufschlag. Der Streikbrucheinsatz von Leiharbeitnehmer*innen muss in allen Fällen untersagt werden. 

Wir wollen mehr Mitbestimmungsrechte von Betriebs- und Personalräten bezogen auf Arbeits- und Gesundheitsschutz, Weiterbildung, digitale Arbeit, den Einsatz von KI, Fremdpersonaleinsatz, Personalbemessung und Beschäftigungssicherung. In der Unternehmensmitbestimmung sind Mitbestimmungsvermeidung oder flucht durch europäische und nationale Gesetze zu verhindern. Wir fordern das Ende des Doppelstimmrechts für Aufsichtsratsvorsitzende in mitbestimmten Kapitalgesellschaften. 

Einführung des Offizialdeliktes in der Betriebsverfassung. Staatsanwaltschaften müssen „von Amts wegen“ gegen die Behinderung von Betriebsratswahlen bzw. die Behinderung von Betriebsratstätigkeit vorgehen können.

Aktive Arbeitsmarktpolitik stärken. Eine staatliche Qualifizierungsoffensive für den Statuserhalt von Fachkräften und für den leichteren Zugang zu Bildungsund Berufschancen, die zu besseren Arbeits-, Entgelt- und Lebensbedingungen von Beschäftigten beziehungsweise Erwerbslosen führt, ist überfällig. Dem Recht auf Beratung muss ein Recht auf Förderung folgen. Zudem benötigen die Bundesagentur für Arbeit und die Jobcenter eine bessere finanzielle und personelle Ausstattung. 

Abschaffen des kirchlichen Sonderarbeitsrechts. Dieses Sonderrecht der Kirchen muss auf ein verfassungsrechtlich notwendiges Maß zurückgeführt werden. Die Arbeit in der Kita, dem Krankenhaus oder der Pflege ist keine verkündungsnahe Tätigkeit. Die Gleichstellung von kirchlichen Arbeitsvertragsrichtlinien mit Tarifverträgen sind abzuschaffen; ebenso die diesbezüglichen Ausnahmen im Betriebsverfassungsgesetz § 118.


Quelle: ver.di wählt