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Mittwoch, 14. August 2024

Weltbild stellt Geschäftsbetrieb zum 31. August 2024 ein

 

Die Weltbild GmbH & Co. KG plant den Geschäftsbetrieb zum 31.08.2024 einzustellen. Die Filialen des Unternehmens werden schließen und führen bereits Räumungsverkäufe durch. Online wie auch in den Filialen werden vor allem Produkte aus dem Non-Media-Sortiment bereits mit hohen Rabatten angeboten. Käufe sind im Online-Shop und den Filialen aktuell weiterhin möglich und werden bis zum Ende des Geschäftsbetriebes ausgeliefert. Insgesamt sind 440 Mitarbeitende von der Stilllegung betroffen.

Die Weltbild GmbH & Co. KG hatte am 10. Juni 2024 Insolvenz angemeldet. Christian Plail, vorläufiger Insolvenzverwalter und Restrukturierungsexperte der Kanzlei SGP Schneider Geiwitz führte zahlreiche Gespräche mit bestehenden und potenziell neuen Investoren, um die Weiterführung des Geschäftsbetriebes zu ermöglichen. Zu hohe Kosten im operativen Geschäft – vor allem in den Bereichen IT und Marketing – würden jedoch einen immensen finanziellen und zeitlichen Aufwand erfordern, um die Weltbild GmbH & Co. KG. profitabel fortführen zu können, aufgrund starken Wettbewerbsdrucks mit ungewissem Ausgang. Interesse besteht weiterhin für einzelne Vermögensgegenstände der Weltbild GmbH & Co. KG.

Donnerstag, 3. November 2022

"Herr Benko, so billig kommen Sie nicht davon!"

 Wut und Enttäuschung: Kampf um jeden Arbeitsplatz bei Galeria Karstadt Kaufhof

Protest von Galeria-Beschäftigten am 22. Oktober 2022 in Berlin,               Foto: André Scheer / ver.di Handel

Galeria Karstadt Kaufhof hat am Montagabend den erneuten Start eines Schutzschirmverfahrens angekündigt. Darunter wird ein Insolvenzverfahren verstanden, bei dem das Management unter Aufsicht eines Sachwalters die Sanierung selbst durchführt. Für die Beschäftigten ist das nach der einseitigen Kündigung des  Integrations- und Überleitungstarifvertrages durch das Unternehmen eine weitere böse Nachricht. Galeria-Chef Miguel Müllenbach hat angedroht, mindestens 40 der noch in 97 deutschen Städten bestehenden Kaufhäuser schließen zu wollen. Das führt zu einer akuten Gefährdung der noch mehr als 17.000 Arbeitsplätze im Unternehmen. 

„Unsere Kolleginnen und Kollegen in den 131 Warenhäusern fragen sich, wo in dieser existentiell höchst bedrohlichen Situation für 17.400 Menschen und ihre Familien der Eigentümer ist“, erklärte ver.di-Bundesvorstandsmitglied Stefanie Nutzenberger. „Unsere Kolleginnen und Kollegen haben jahrelang Millionen Euro in Galeria Karstadt Kaufhof investiert. Die Wut und die Enttäuschung bei unseren Kolleginnen und Kollegen vor Ort ist groß .“ 

Mittwoch, 29. Juli 2015

Weltbild: ALSO-Logistik planvoll in die Pleite

Heute morgen informierte ALSO-Geschäftsführer Reiner Wenz den Betriebsrat über den Insolvenzantrag der Logistik. Die ALSO AG verweigert der Augsburger Tochter jede weitere Finanzierung. 

Gleichzeitig meldet eben diese ALSO AG ein Umsatz-Plus von 11,9 % gegenüber Vorjahr auf insgesamt 3,67 Milliarden Euro Umsatz. Auch der Gewinn vor Steuern stieg trotz der Verluste in Augsburg von 30,5 Mio. auf 36,2 Mio. Dem gegenüber stehen Verluste bei ALSO in Augsburg von 4 Mio. im ersten Halbjahr. Die  Insolvenz ist damit eine freie Entscheidung der Gesellschafter der ALSO AG, deren Kopf und Mehrheitsgesellschafter Walter Droege ist.

Parallelen zwischen LesensArt und ALSO

Nach der undurchsichtigen Insolvenz bei LesensArt ist die Plan-Insolvenz von ALSO der nächste Schritt im Masterplan von Droege. Der Milliardär verfolgt offenbar weiter das Ziel, den Markenkern von WELTBILD zu isolieren und daraus schnellen Gewinn zu ziehen. So wurde die Insolvenz der ALSO gezielt herbeigeführt: 1. Durch das Abziehen der Aufträge von WELTBILD, indem das Werbebudget extrem reduziert und gleichzeitig der Einkauf bei Großhändlern forciert wurde, die selbst ausliefern. 2. Durch die Verhinderung des Drittgeschäfts, indem dafür notwendige und bereits vereinbarte Investitionen nicht getätigt wurden.

Dienstag, 26. Mai 2015

Wir hätten da mal eine Frage...

Sehr geehrte Frau Hugendubel, 
sehr geehrter Herr Hugendubel, 
sehr geehrte Geschäftsleitung 
der Buchhandlung Hugendubel,

können Sie uns bitte etwas erklären?

Wie kann es sein, dass Sie bei Verhandlungen zu Freiwilligenprogramm und Sozialplan vorjammern erklären, dass die Firma nicht in der Lage sei, auch nur einen einzigen Euro mehr als angeboten für Abfindungen an gekündigte Kollegen zu zahlen, da das sonst das "Aus für die Firma" bedeutet?

Und dann lesen wir kurz nach Abschluss der Verhandlung solche Schlagzeilen:

Screenshot boersenblatt.net

Gerne können Sie per "Kommentarfunktion" unter diesem Post direkt antworten oder senden Sie uns eine E-Mail an hugendubel.verdi@yahoo.de, die wir dann hier veröffentlichen. 

Vielen Dank!


Donnerstag, 13. November 2014

Was ist los bei Weltbild?

Neue Massenentlassungen geplant

Der Investor scheint sich immer mehr als Heuschrecke zu entpuppen: der im Juni neu bei Weltbild eingestiegene Droege-Konzern forderte den Weltbild-Betriebsrat jetzt auf, über einen Interessenausgleich für ca 200 geplante Entlassungen bei Weltbild Retail zu verhandeln, wie man in einem Flugblatt des WB-Betriebsrates vom 6. November lesen konnte:


Samstag, 22. Februar 2014

** Presse-Infos zur Abspaltung **

Nachfolgende Mitteilung von Hugendubel hängt seit 21. Februar in den Filialen aus:


Multichannel-Konzept von Hugendubel kann erfolgreich weiterentwickelt werden

Hugendubel und Weltbild trennen das Filialgeschäft / Hugendubel wieder hundertprozentiges Familienunternehmen

München, 21.02.2014 

Hugendubel und Weltbild gehen im stationären Geschäft zukünftig getrennte Wege. Die Gesellschafter der Deutsche Buch Handels GmbH & Co. KG (DBH) haben gemeinsam mit dem Insolvenzverwalter der Verlagsgruppe Weltbild (VGW), Arndt Geiwitz, beschlossen, die Weltbild-Filialen aus der DBH herauszulösen und in die Verlagsgruppe Weltbild in Augsburg einzugliedern. Die Weltbild-Filialen sind mit Marke und Unternehmenskonzept integraler Bestandteil der Verlagsgruppe Weltbild und werden es damit auch weiterhin bleiben. Durch diesen Schritt werden alle Vertriebskanäle der jeweiligen Marken unter je einem eigenen Unternehmensdach zusammengeführt: die Weltbild-Filialen bei der VGW, die Hugendubel-Filialen und die DBH Warenhaus bei der DBH und dort in Zukunft alleinverantwortlich unter Führung der Familie Hugendubel.

Hugendubel und Weltbild haben über mehrere Jahrzehnte hinweg sehr erfolgreich und partnerschaftlich zusammengearbeitet und den deutschen Buchmarkt gemeinsam entscheidend mitgeprägt. Bisher war das Filialgeschäft der Marken Hugendubel und Weltbild in der DBH gebündelt. Der beschlossene Weg ist unter den aktuellen Voraussetzungen folgerichtig und sinnvoll, da dadurch nicht nur eine stärkere Fokussierung auf die Marken mit ihren eigenen Multichannel-Konzepten möglich ist, sondern auch den Bedürfnissen der jeweiligen Zielgruppen besser entsprochen werden kann. Für die Zukunftsfähigkeit von Weltbild spielen die Filialen eine entscheidende Rolle. Vor diesem Hintergrund leistet Hugendubel mit der Entscheidung, sie wieder aus der DBH herauszulösen, einen wichtigen Beitrag zum Konzept des Insolvenzverwalters, Weltbild in seiner Gesamtheit zu erhalten. Nach wie vor wird die DBH in einigen Geschäftsbereichen mit der VGW kooperieren.

Freitag, 21. Februar 2014

Hugendubel wird alleiniger Gesellschafter der DBH, Weltbildplus-Läden gehen an Weltbild Verlagsgruppe

Pressemitteilung: Hugendubel und Weltbild beschließen eindeutige Trennung im Filialgeschäft; Verkauf in den Filialen läuft normal weiter
Weltbild Plus-Filialen unter Schutzschirm­verfahren direkt an Verlagsgruppe angeschlossen
Augsburg, 21.02.2014 – Mit einer ersten strukturellen Veränderung werden die Chancen für eine Gesamtsanierung des Buchhandelsunternehmens Weltbild gestärkt. Im Filialgeschäft, das durch die DBH Buch Handels GmbH & Co. KG betrieben wurde, findet eine eindeutige Trennung der Gesellschafter statt. Das Weltbild-Filialgeschäft (Weltbild Plus Medienvertriebs GmbH & Co. KG) wird aus dem Vertriebsverbund DBH Buch Handels GmbH & Co. KG herausgelöst. Alleiniger Gesellschafter von Weltbild Plus wird die Verlagsgruppe Weltbild (zuvor: 50 Prozent). Alleiniger Gesellschafter der DBH Buch Handels GmbH & Co. KG mit sämtlichen weiteren darin befindlichen Gesellschaften wird Hugendubel (zuvor: 50 Prozent).

Mittwoch, 12. Februar 2014

"... nach Strich und Faden belogen!"

Bericht von der Weltbild Betriebsversammlung am 7.2.2014

Am 7.2.2014 um 13 Uhr fand die gut besuchte Betriebsversammlung im Himmergebäude statt. Eingeladen waren alle Weltbild-Mitarbeiter gemeinsam, dem Aufruf folgten ca. 1500 Kollegen und Kolleginnen.

Der Betriebsratsvorsitzende Peter Fitz begrüßte die anwesenden Gäste der Gewerkschaft, der Arbeitsagentur, der Insolvenzverwaltung und der Betriebsseelsorge und ehrte Frau Manuela Martin, die bei Radio Fantasy eine kostenlose Werbeaktion für Weltbild erreicht hat. Laut Fitz sei die Lage so ernst wie nie und er hoffe, der Letzte habe begriffen, worum es gehe.

Freitag, 31. Januar 2014

"Wir stehen zu Weltbild!"

Hugendubel-Betriebsversammlung:  Klartext von den KollegInnen -  Geschwurbel von der GL

Wer im Vorfeld der gestrigen Betriebsversammlung in München im Eine-Welt-Haus die Befürchtung hegte, daß die Belegschaft sich nach kurzer Betroffenheit wieder einlullen läßt und auf die GL-Parole "Wir sitzen doch alle im selben Boot" hereinfällt, wurde von den Kolleginnen und Kollegen eines besseren belehrt:

Seit Jahren gab es keine Betriebsversammlung mehr, in der so engagiert und kritisch diskutiert wurde, in der der jahrelang aufgestaute Ärger über Fehlentwicklungen im Unternehmen sich so heftig manifestierte, in der die beiden vorgeschickten GL-Vertreter Hr. Brunn und Fr. Lange so harte Kritik einstecken mußten.

Maximilian und Nina Hugendubel, die einige MitarbeiterInnen schon seit Jahren nicht mehr in ihrer Filiale zu sehen kriegten, waren vor zwei Wochen eingeladen worden, drückten sich aber mit dem Hinweis auf den gestern erschienenen SZ-Artikel davor, Rede und Antwort zu stehen. Kardinal Marx und sein Generalvikar und Weltbild-Aufsichtsratschef Beer, die ebenfalls eingeladen waren, machten sich nicht einmal die Mühe, eine formale Absage zu schicken.

Mittwoch, 29. Januar 2014

Wir erwarten Sie, Kardinal Marx!

Einladung zur Hugendubel-Betriebsversammlung am 30. Januar 2014



Sehr geehrter Herr Kardinal Marx,

mit der Verweigerung finanzieller Mittel für Sanierung und Zukunftsinvestitionen haben die Gesellschafter nicht nur die Insolvenz der Weltbild GmbH herbeigeführt, sondern gefährden auch unsere Arbeitsplätze bei Hugendubel. Jeder Kardinal und jeder Bischof trägt dafür persönlich die Verantwortung.

"Wir sind kein skrupelloser Unternehmer, der die Mitarbeiter einfach davonjagt" , betonten Sie gegenüber der Süddeutschen Zeitung. Wir als Beschäftigte bei Hugendubel nehmen Sie beim Wort und fordern Sie auf, dieser Ankündigung Taten folgen zu lassen, indem Sie uns

- konkrete Schritte nennen, wie unsere Arbeitsplätze gesichert werden können
- konkret erläutern, mit welchen finanziellen Maßnahmen sich die kirchlichen Gesellschafter an der Sicherung - der Zukunft unseres Unternehmens beteiligen
- konkret aufzeigen, wie die Tarifbindung für die Beschäftigten gewahrt bleibt
- konkret mitteilen, wie zügig ein Tarifvertrag für Beschäftigungssicherung abgeschlossen werden kann

Dazu laden wir Sie sehr herzlich zu unserer Betriebsversammlung am Donnerstag, den 30. Januar 2014 in das Eine-Welt-Haus ein, Beginn 9.30 Uhr.

Dienstag, 28. Januar 2014

WELTBILD-Beschäftigte demonstrieren vor Bischofskonferenz

„Wir sind hier, wir sind laut, weil man uns die Zukunft klaut!“

Die Beschäftigten der insolventen Verlagsgruppe WELTBILD kämpfen weiter um den Erhalt ihrer Arbeitsplätze. Gestern morgen demonstrierten rund 100 MitarbeiterInnen vor dem Würzburger Kloster Himmelspforten, in dem der Ständige Rat der Bischofskonferenz tagt. Unter anderem standen Beratungen über WELTBILD auf der Tagesordnung.


„Die Bischöfe haben uns in der schwärzesten Stunde allein gelassen“, klagt Timm Boßmann, ver.di-Sprecher bei WELTBILD. Der Buchhändler aus Augsburger leide seit Jahren unter der Uneinigkeit seiner katholischen Gesellschafter. Die einander widerstrebenden Interessen der Eigentümer hätten erheblich dazu beigetragen, dass WELTBILD am 10. Januar Insolvenz angemeldet hatte. Vorausgegangen war eine Entscheidung des Ständigen Rats der Bischofskonferenz am 9. Januar, die angeschlagene Gruppe nicht wie geplant mit Sanierungsgeldern zu unterstützen.
 

Gerade dieser Ständige Rat tagt jetzt wieder in Würzburg. Aber gestern wollten die Beschäftigten nichts dem Zufall überlassen und machten sich vor dem Kloster Himmelspforten mit Sprechchören bemerkbar: „Wir sind hier, wir sind laut, weil man uns die Zukunft klaut“, schallte es durch den Wintermorgen.


 Feste Zusagen gibt es bis jetzt nur für Hugendubel

„Eigentum verpflichtet, sagt das Grundgesetz“, erinnert Thomas Gürlebeck, ver.di-Sekretär für den Handel in Augsburg und fordert: „Das muss in besonderem Maße für kirchliche Unternehmer gelten.“ Betriebsrat und Gewerkschaft wollen sich nicht mit den wolkigen Versprechungen „sozialer Abfederung“ abspeisen lassen: „Das Geld muss in den Erhalt der Arbeitsplätze und nicht in deren Abbau investiert werden.“

Die jüngst vom Erzbistum München und Freising zugesagten 20 Millionen seien für den Buchhändler Hugendubel bestimmt, der über eine Holding mit WELTBILD verbunden ist, berichtet Betriebsratsvorsitzender Peter Fitz. Die 15 Millionen Soforthilfe des Augsburger Bischofs Zdarsa seien dagegen noch nicht sicher, sondern müssten heute erst abgesegnet werden. „Im Übrigen ist das nur ein Bruchteil des ursprünglich zugesagten Sanierungsbeitrags, den wir dringend brauchen, wenn die Arbeitsplätze in Augsburg eine Zukunft haben sollen“, macht Fitz deutlich.
 

Für diese Zukunft setzen die Beschäftigten sich vehement ein. Die Stimmung ist kämpferisch: „Wir lassen die Bischöfe nicht mehr in Ruhe“, verspricht einer der Kollegen in die Mikrofone der JournalistInnen, die aus dem ganzen Bundesgebiet angereist sind.

 

Montag, 27. Januar 2014

WELTBILD-Beschäftigte vor der Bischofskonferenz: „Unwürdiges Gezanke auf Kosten unserer Arbeitsplätze!"

Katholische Wochen werden mit "Wochen der Solidarität" fortgesetzt

Nach den widersprüchlichen Aussagen der katholischen Anteilseigner in der Presse sind Vertreter der WELTBILD-Belegschaft nach München gefahren. Betriebsrat und Gewerkschaft erhofften sich Aufklärung vom Aufsichtsratsvorsitzenden  DDr. Peter Beer. Das Gespräch sei konstruktiv verlaufen, berichteten die Teilnehmer. Aber der offensichtliche Zwist zwischen den 14 Gesellschaftern bringe das Unternehmen weiter
in Bedrängnis und verschlechtere die Chancen auf Erhalt der Arbeitsplätze in Augsburg.

„Das Hin und Her in den Aussagen der Bischöfe ist für den aktuell hochsensiblen Prozess alles andere als hilfreich“, machte der Wirtschaftssachverständige des Betriebsrats, Klaus Warbruck, anschließend deutlich. Die WELTBILD-Gruppe sei nur als Multichannel-Vertrieb über Versand und Filialen erfolgreich fortführbar. „Nach der Zusage der Erzdiözese München und Freising muss die Bischofskonferenz ihrer Verantwortung nachkommen und die versprochenen Mittel von mindestens 65 Millionen zur Verfügung stellen“, forderte Betriebsratsvorsitzender Peter Fitz.

Freitag, 24. Januar 2014

Mitmachen! Ver.di startet "Katholische Wochen" für WELTBILD

In den letzten Tagen ist viel geredet und noch mehr geschrieben worden über die Situation bei WELTBILD. Dabei kamen vor allem die "offiziellen" VertreterInnen der Belegschaft, des Unternehmens und der katholischen Gesellschafter zu Wort.

Heute geben wir Ihnen die Gelegenheit, selbst das Wort an die verantwortlichen Bischöfe zu richten. 

Wir haben dafür die Form der "Fürbitte" gewählt. Fürbitten sind ein fester Bestandteil des katholischen Gottesdienstes. Die Gemeinde bittet dabei in einem gemeinschaftlichen Gebet um Hilfe für andere Menschen, die in Not sind.

Zusammen mit einem katholischen Geistlichen haben wir diese Fürbitten verfasst:

Dienstag, 21. Januar 2014

Interview: Der Wirtschaftssachverständige Klaus Warbruck zur WELTBILD-Insolvenz

Am Freitag den 10.01.2014, hat die Geschäftsführung die Verlagsgruppe Weltbild GmbH beim Amtsgericht Augsburg einen Insolvenzantrag gestellt. Damit müssen die 2.300 Beschäftigten in Augsburg und möglicherweise alle 6.800 Mitarbeiter von WELTBILD um ihren Arbeitsplatz und ihre Zukunft bangen. 

Der Weltbild-Betriebsrat verlangt seit Wochen Gespräche mit der Geschäftsführung zur gemeinsamen Umsetzung des von den Unternehmensberatungsgesellschaften KPMG und Andersch erarbeiteten Sanierungskonzeptes. Die Gewerkschaft ver.di hat der Geschäftsführung Verhandlungen zum Abschluss eines Sanierungstarifvertrags angeboten, um so einen Sanierungsbeitrag der Beschäftigten verbindlich festzuschreiben.

Klaus Warbruck berät den Betriebsrat als Sachverständiger. Wir (Weltbild-ver.di-Blog) haben ihn befragt, wie er die Situation bei WELTBILD jetzt einschätzt und bewertet.

Mittwoch, 15. Januar 2014

Die Beschäftigten stehen zu WELTBILD und werden um ihre Zukunft kämpfen

Bei WELTBILD sind die Menschen schockiert und verstehen nicht, dass die katholischen Gesellschafter ihr Unternehmen in die General-Insolvenz geschickt haben. Viele haben nachts nicht geschlafen, sie bangen um ihre Familien und diskutieren stundenlang. Langsam aber lässt der Schock nach, und sie sind bereit, für ihre Existenzgrundlage zu kämpfen.

Ver.di-Sprecher von Weltbild, Timm Boßmann, beschreibt die Stimmung im Betrieb: „Die Beschäftigten können nicht nachvollziehen, warum die Bischöfe gegen die Empfehlung von Aufsichtsrat und Banken handeln.“ Alle Fachleute hatten Grünes Licht für den Sanierungsplan gegeben. „Es geht um viel Geld“, das ist auch Boßmann klar. „Aber wir reden hier über 14 Gesellschafter, die über einen Zeitraum von drei Jahren finanzieren sollten.“ Wenn WELTBILD schließen müsste, verlören auch die katholischen Banken ihre Ansprüche. Aus Boßmanns Sicht ein „Nullsummenspiel für die Kirche. Die MitarbeiterInnen und ihre Familien werden völlig sinnlos geopfert.“

„Das werden die Beschäftigten nicht einfach so hinnehmen“, erklärt Betriebsrats-Vorsitzender
Peter Fitz. „Auf der Betriebsversammlung werden wir die KollegInnen informieren, warum es wirklich
zur Insolvenz kam.“ Er ist sich sicher, dass die Belegschaft dann umgehend gemeinsame,
öffentliche Aktionen beschließen wird.

„Allen im Unternehmen ist klar, dass wir jetzt zusammenstehen und kämpfen müssen“, ist sich
Thomas Gürlebeck von ver.di sicher. Der Gewerkschaftssekretär für den Handel in Augsburg
sieht die Belegschaft gut aufgestellt: „Die Fortführung der Geschäfte und der Erhalt von WELTBILD
als Ganzes ist die einzig Erfolg versprechende Alternative. Eins können wir den Bischöfen
jetzt schon versprechen: Wir werden alles für die Sicherung der Arbeitsplätze bei WELTBILD in
die Waagschale werfen.“

Die Betriebsversammlung startet am
Mittwoch, 15.01.2014, um 14:00
in der Sporthalle am Wittelsbacher Park
(Ulrich-Hofmaier-Str. 30, 86159 Augsburg)

Die Versammlung selbst ist nicht öffentlich, aber nach der rund 1,5-stündigen Veranstaltung stehen
Mitglieder des Betriebsrats, Gewerkschaftsvertreter und MitarbeiterInnen für Gespräche zur Verfügung.

Montag, 13. Januar 2014

Offener Brief an Bischof Zdarsa von Herbert Woerlein




Der Augsburger SPD-Abgeordnete im Bayerischen Landtag, Herbert Woerlein, hat gestern einen Offenen Brief an Bischof Zdarsa geschickt. Hoffentlich folgen viele PolitikerInnen und andere Personen des Öffentlichen Lebens diesem Beispiel.
Hier der Brief von Herbert Woerlein:

Hochwürdiger Herr Bischof Zdarsa,

in Ihren Glückwünschen zu meiner Wahl in den Landtag haben Sie mir die Zusammenarbeit angeboten, und nun komme ich sehr schnell dankbar darauf zurück.

Der drohende Verkauf des Weltbild-Verlags durch einen Insolvenzverwalter gefährdet 2200 Arbeitsplätze, das sind 2200 Einzelschicksale, hinzu kommt die noch höhere Zahl der Familienmitglieder, Lebenspartner und Angehörigen, die ebenfalls von dieser Entwicklung betroffen wären.

Nach dem grünen Licht des Aufsichtsrats und der Banken liegt jetzt alles in den Händen des Eigentümers, der Katholischen Kirche: Sie muss auf dem festen Fundament christlicher Werteorientierung die Weichen richtig stellen. Es liegen Konzepte vor, die hoffen lassen, dass sich der Weltbild-Verlag durch neue Marketing-Strategien erholen und auf dem Markt wird behaupten können. 
 
Diese einmalige Chance, sich als christlicher Arbeitgeber zu präsentieren, der mehr anbietet als Leistungen, zu denen er ohnehin rechtlich verpflichtet ist, und der sein Team in einer für den Betrieb überlebenswichtigen Phase voll unterstützt, muss genutzt werden.  
Als bekennender Christ und Katholik sehe ich die Kirche im Bistum Augsburg vor einer historischen Aufgabe. Ich bitte Sie, hochwürdiger Herr Bischof Zdarsa, die Hoffnungen der Arbeiterinnen und Arbeiter und ihrer solidarischen Weggefährten, zu denen ich mich zählen darf, nicht zu enttäuschen. Bitte sorgen Sie für die Rettung des Weltbild-Verlags – die dort arbeitenden Menschen müssen Ihnen das Wert sein! 
Für Ihre Bemühungen erbitte ich Gottes Segen und danke Ihnen für alles, was Sie für die bei Weltbild beschäftigen Menschen tun.  
Hochachtungsvoll
Herbert Woerlein
Abgeordneter im Bayerischen Landtag

Aktuelle Presseberichte zur Weltbild-Insolvenz

Foto: wallguenter

Weltbild-Verwalter steckt tief in der Zwickmühle (Welt) 
Insolvenzverwalter sieht Weltbild als schwierigen Fall (Augsburger Allgemeine)
Video: Heute war Weltbild-Mitarbeiterversammlung (a.tv)
Video: Weltbild-Verlagsgruppe - was lief schief? (Rundschau, BR)
Weltbild-Pleite: Hugendubel fürchtet den Insolvenz-Strudel (Süddeutsche Zeitung)
Hugendubel wollte sich von Weltbild trennen (Buchreport)
Weltbild-Insolvenz: Kirche weißt Kritik von sich (Deutsche Welle)
Kirche rechtfertigt Pleite: Bischöfe sind keine Unternehmer (Hamburger Abendblatt)
Mitarbeiter sind sauer auf die Kirche (Augsburger Allgemeine)
Kirche wehrt sich gegen Kritik nach Weltbild-Insolvenz (Süddeutsche Zeitung)