"Sehr geehrte Frau Hugendubel, sehr geehrter Herr Hugendubel,
sehr geehrte Geschäftsleitung,
liebe Regional- und Filialleiter:innen,
liebe Kolleginnen und Kollegen,
ein wertschätzendes Miteinander beginnt auf Augenhöhe; ein wertschätzendes Miteinander beinhaltet die Bereitschaft, sich in die Problematik seines Gegenübers hineinzuversetzen; ein wertschätzendes Miteinander sollte sich auf eine offene Kommunikation begründen. Deshalb kommuniziere ich jetzt offen und sehr ehrlich, dass es eine große Problematik gibt, die nach dem letzten Townhall noch deutlicher zum Vorschein kommt.
Frau und Herr Hugendubel, mit einer kurzen Unterbrechung arbeite ich seit 2012 für Sie. Ich war Abteilungsleiter, Warengruppenleiter, stell. Filialleitung und vor allem bin ich Buchhändler aus Überzeugung. Ich habe in den letzten 12 Jahren ein paar Filialen gesehen und in diesen auch gearbeitet. Wir brauchen nicht darüber reden, dass die letzten Jahre uns alle vor starken Herausforderungen gestellt haben. Corona, Inflation, gesellschaftliche Veränderungen, all das macht unser aller Leben nicht einfacher. Und generell würde ich mich als jemanden beschreiben, der Herausforderungen eher
anpacken möchte, als vor ihnen davonzulaufen. Doch mittlerweile muss ich einfach sagen, dass egal ob ich meinen Beruf in der meisten Zeit mag, ich mich nicht vor Herausforderungen scheue und gerne in einem Unternehmen arbeite, dass auch – wenn für mein Empfinden manchmal etwas langwierig – neue Wege gehen möchte, ich nicht mehr für Sie arbeiten kann, wenn sich nicht alsbald grundlegende Dinge ändern werden.
Sie reden seit über einem Jahr davon, dass Sie Gehälter anpassen möchten, dass es eine flächendeckende einheitliche Vergütung gibt; seit einem Jahr werden auch immer wieder Fortbildungsthematiken angesprochen. Und auch wenn ich einige Veränderungen bereits gesehen habe, reichen diese leider nicht aus, um das Unternehmen auch für Mitarbeiter:innen langfristig attraktiv zu machen. Wenn ich weiterhin für Sie arbeite und 2054 in Regelaltersrente gehe, dann habe ich leider nicht einmal ansatzweise meine Entgeltpunkte erreicht; nach 12 Jahren habe ich noch nicht einmal 10 Punkte geschafft. Diese Tendenz macht mir für meine Zukunft Angst. Ich habe mehr als einmal gezeigt, dass ich bereit bin durch Engagement und Fleiß mehr Verantwortung zu übernehmen, dennoch hat mir das nicht geholfen, um mich berufliche bei Ihnen weiterzuentwickeln. Mittlerweile bilde ich mich durch ein Fernstudium selber weiter und werde dadurch langfristig hoffentlich andere Perspektiven haben. Und was mir deutlich bewusst ist, ist, dass ich nur einer von vielen Kolleg:innen bin, denen es genauso geht.
Liebe Frau Hugendubel, lieber Herr Hugendubel, ich weiß, dass auch Sie vor Herausforderungen stehen und dass nicht immer alles aus ökonomischer Sichtweise möglich ist. Aber egal was in Zukunft kommen wird, Sie werden weiterhin fähige Mitarbeiter:innen verlieren, wenn Sie nicht schnellstmöglich etwas ändern werden."
"Sehr geehrte Frau Hugendubel, sehr geehrter Herr Hugendubel,
sehr geehrte Geschäftsleitung,
liebe Regional- und Filialleiter:innen,
liebe Kolleginnen und Kollegen,
Auch wir in Würzburg sind für Offenheit und ein wertschätzendes Miteinander.
Auch wir glauben, dass Buchhändler:innen bei Hugendubel ein Gehalt verdient haben,
das sie vor Altersarmut schützt.
Wir unterstützen den Appell unseres Kollegen aus Lübeck!
Im Namen des Würzburg Teams
Betriebsrat Würzburg"





![Hannah Arendt (1906-1975), German-American political scientist, characterised 'totalitarianism'. Keine Weitergabe an Drittverwerter. [ Rechtehinweis: usage worldwide, Verwendung weltweit, Please check additional restrictions!, Bitte Einschränkungen der Handelsrechte beachten!, ]](https://www.welt.de/img/kultur/mobile208135043/0372505417-ci102l-w1024/Hannah-Arendt-1906-1975-German-American-political-scientist-c1963-Artist-Unknow.jpg)