Mittwoch, 13. Februar 2019

Die Zeiten werden härter

Amazon sucht Ex-Soldaten als Führungskräfte

Demnächst auch bei Hugendubel: Ex-Offiziere als Filialleiter?


Der Onlineversandhändler Amazon sucht für den neuen Standort in Mönchengladbach gezielt Führungskräfte mit militärischem Hintergrund. Das bestätigte eine Sprecherin von Amazon am Freitag (25.01.2018) gegenüber dem WDR.

Ex-Soldaten hätten besondere Führungskompetenzen


Amazon begründet diese gezielte Suche damit, dass sie mit ehemaligen Führungskräften des Militärs "in den letzten Jahren international gute Erfahrungen gemacht und viel positives Feedback von Mitarbeitern aus den Logistikzentren erhalten" hätten.

Besonders die Fähigkeit, ein Team zu führen, sei bei vielen Ex-Militärmitarbeitern gegeben. "Viele Soldaten der Bundeswehr haben jahrelang solche wertvollen Erfahrungen gesammelt", so Amazon.

Spezielles Recruiting-Programm seit mehreren Jahren


Bereits seit 2010 gibt es bei Amazon offiziell ein Programm, das sich ganz konkret an Führungskräfte des Militärs richtet. Auch andere Großunternehmen wie Aldi Süd setzen auf Führungskräfte mit militärischem Hintergrund.


Quelle: www.wdr.de 

Montag, 11. Februar 2019

Ausgepresst und weggeworfen?

Ausbildung bei Hugendubel Bildergebnis für zitrone auspressen hand hilgers


"Auszubildende beschweren sich immer häufiger über die mangelnde Qualität der Berufsausbildung. Wissensvermittlung findet in vielen Filialen nur noch dürftig statt. Oftmals ist auf Grund der Personal-Entwicklung keine Zeit mehr, den Auszubildenden Lehr- und Lerninhalte zu vermitteln. Lehrgespräche werden selten, unregelmäßig oder gar nicht geführt.
Leider sind unsere Azubis oftmals nur dafür da, eventuell entstandene Lücken in anderen Abteilungen, am Service und an der Kasse zu füllen. Leider wird dadurch oft nur ein geringer Standard an Mindestbildung vermittelt. Dieser reicht leider oft nicht aus, um auf dem Buchmarkt eine Anstellung zu finden.
Auszubildende haben bei Hugendubel eine besondere Funktion, die der günstigen Arbeitskraft. Junge Menschen, die die Hoffnung auf eine Zukunft im Buchhandel gesucht und diese bei Hugendubel vermeintlich gefunden haben, werden leider zu oft enttäuscht."
Obiger Textauszug stammt aus einem Infoblog-Artikel vom 5. Oktober 2010 unter dem bezeichnenden Titel "Ausbildung? Ausbeutung!" 
In den folgenden Jahren bildete Hugendubel kaum noch aus. Als die Geschäftsführung 2016 großspurig eine "Ausbildungs-Offensive" mit bundesweit 50 Auszubildenden ankündigte, schwante dem Gesamtbetriebsrat nichts Gutes. In einem Offenen Brief vom 21.7.2017 stellte der GBR trotz gegenteiliger GL-Zusagen ernüchtert fest, dass " in der aktuellen Personalplaung für das Geschäftsjahr 2017/2018 ein Stellenabbau in der ungefähren Größenordnung der neu eingestellten Azubis festgeschrieben ist."
Es kam noch schlimmer.

Freitag, 8. Februar 2019

Theadornismus


- und wie er funktioniert

Durch Deutschland müsse ein Ruck gehen, sprach Ex-Bundespräsident

Herzog. Jetzt haben wir ihn: es ist ein Rechtsruck. Und was tun unsere

bildungsbürgerlichen Intellektuellen, sobald sie merken, wohin die Reise

geht? Statt demagogisches Gefasel von kultureller Identität als

Ablenkungsmanöver zu entlarven, das über soziale und politische

Probleme hinwegtäuscht, springen sie mal wieder auf den Zug – und reden

sich und uns ein, dass sie dort in der ersten Klasse säßen und mit dem

doofen Pöbel auf den billigen Plätzen null gemein hätten: vor allem nicht

die Fahrtrichtung.


Um einer Autorin, welche für die anspruchsvollste Variante der jüngsten

Renaissance rechter Deutschtümelei steht, die gebührende Ehre anzutun,

wollen wir diesen geistigen Haltungsschaden – hoffend, dass niemand

denke, es handle sich um eine Anspielung auf Theodor W. Adorno – kurz

Theadornismus nennen. 

Montag, 4. Februar 2019

Frau Lesensberater


Häufige Kundenanfrage: Wo ist der Notausgang?


Von nichts kommt nichts, möchte man meinen. Aber unser Arbeitgeber will sich und uns 
gerade das Gegenteil beweisen – und das, soweit es ihm darum geht, in seinen Filialen 
aus stark verringertem Personal für stets geringere Bezahlung immer höhere
Leistungen herauszuquetschen, wie es scheint, mit erstaunlichem Erfolg, nur halt leider
nicht dem gewünschten.

Wer aufmerksam verfolgt, was bei Hugendubel am Stachus ausprobiert wird, kommt sich 
vor wie in einer Abenteuergeschichte. Man bricht zu neuen Ufern auf – aber natürlich 
ohne die alten Sortimentsstrukturen, Regaleinteilungen und -beschilderungen.
Denn dem zeitgemäßen Publikum sagen Wörter wie „Reise“ oder „Roman“ einfach nichts
mehr. Heute sind „Welten“ zum „Entdecken“ bzw. „Abtauchen“ gefragt. – Da hast
du was! Da bist du wer! – Außerdem lesen Kunden laut einer altbewährten
Unternehmensberaterweisheit ja sowieso nicht.