Strafbefehl für den Künstler Wolfram Kastner wegen Anti-Nazi-Aktion
Politische Kunst ist in der BRD eher selten. Zu den wenigen Künstlern, die dezidiert politische Kunst machen, gehört der Maler, Zeichner, Photograph, Installations- und Objektkünstler Wolfram P. Kastner. Er macht Kunst, wie auf seiner Homepage zu lesen ist, "die stört und sich einmischt; Kunst, die sichtbar macht, was sonst nicht zu sehen ist". Bekannt geworden ist er mit Interventionen im öffentlichen Raum wie der Brandstelle auf dem Rasen des Königsplatzes in München als Ort der Bücherverbrennung oder einer Erinnerungs-Aktion an das Konkordat der Kirche mit den Faschisten.
Seine Interventionen nehmen den Begriff wörtlich: intervenire als Dazwischengehen, und wenn es sein muß auch als Dazwischenhauen. Seine Kunst provoziert Nachdenken und Diskussion, nicht selten auch Widerspruch, Verbote und Strafanzeigen. Solche Kunst eignet sich nicht zur Dekoration von Konzernzentralen und mit ihr macht man sich erst recht keine Freunde im Staatsapparat, vor allem, wenn der sich in Bayern befindet.
So auch bei Kastners jüngster Kunstaktion gegen eine immer noch existierende Gedenkstätte für den Nazi-General Jodl auf der Fraueninsel im Chiemsee, für die ihm die bayerische Justiz einen Strafbefehl über 10.500 Euro schickte. Wir dokumentieren hier im folgenden einen Protestbrief des Gewerkschafters Fritz Schmalzbauer an die für den Strafbefehl verantwortliche Richterin Wand am Amtsgericht Rosenheim.



